Präsidialsystem oder parlamentarisches System?

Wahlen am 24. Juni 2018 in der Türkei: Türkische Bürger stimmen ob, ob sie das neue Präsidialsystem möchten oder das parlamentarische System beibehalten wollen.

2018 Wahlen in der Türkei

Am 24. Juni erlebt die Türkei eine Premiere in der Geschichte des Landes: die ersten Präsidentschaftswahlen. Die Wahl wird sowohl den Präsidenten als auch die Mitglieder des Parlaments umfassen. Von allen Gesellschaftsschichten wurden die anstehenden Wahl auf unterschiedliche Art und Weise gründlich diskutiert. Ausschlaggebender Punkt war die breite Autorität und Macht, die der gewählte Präsident innehaben wird. Während der Vorwahlperiode führten politische Parteien ihre Wahlkampagnen durch, Präsidentschaftskandidaten stellten sich in verschiedenen Sitzungen, Fernsehprogrammen und Veranstaltungen der Öffentlichkeit vor.

Bekanntermaßen wird die Türkei seit 16 Jahren von der AKP regiert. In ähnlicher Weise gelten die AKP und ihr ehemaliger Parteivorsitzender, der derzeitige Präsident Recep Tayyip Erdoğan, als die stärksten Akteure der Wahlen. Sie verbündeten sich mit der nationalistischen Flügelpartei MHP und nannten sie Volksallianz (Cumhur İttifakı). Ein weiteres Bündnis namens „Büdnis der Nation" wurde zwischen der CHP, der İyi Partei und der Saadet Partei gegen die Polarisierung der Gesellschaft, die Abhängigkeit des Justizsystems und der Medien und die Zerstörung des parlamentarischen Systems durch das neue Wahlverfahren gebildet. Mitglieder des Bündnisses unterstützen sich gegenseitig, haben jedoch alle unterschiedliche Präsidentschaftskandidaten.

Die republikanische Partei der Türkei, CHP, präsentierte Muharrem İnce als ihren Kandidaten, einer der stärksten Gegner des derzeitigen Präsidenten Erdoğan. Ein anderer starker Gegner ist Meral Akşener, Kandidatin der İyi Partei, gebildet von ehemaligen MHP-Mitgliedern, denen die Entscheidung der MHP unangenehm war, sich einer Allianz mit der AKP anzuschließen. Saadet Partei stellte Temel Karamollaoğlu als ihren Kandidaten vor, der den radikalen, religiösen Flügel des politischen Maßstabs vertritt. Ein anderer Kandidat, Selahattin Demirtaş, der verhaftet wurde und seine Kampagne derzeit aus seiner Gefängniszelle führt, wurde von HDP als Vertreter des kurdischen Flügels vorgestellt.

Die Politik in der Türkei wird aufgrund der multikulturellen Natur des Landes immer wieder diskutiert. Wahlperioden sind immer voller Instabilität und vielen Diskussionen zwischen Politikern sowie Bürgern. Diese Wahl ist jedoch besonders wichtig und bedeutend, sie ist ein Novum in der Geschichte und wird bestimmen, ob Bürger der Türkei das neue Präsidialsystem oder das parlamentarische System zurückhaben wollen.

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